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Eintagschristen

von Charlotte Felbinger 23 Dezember 2010 Ein Kommentar

Wenn ich Heilig Abend wie jedes Jahr auf den Weg in die Weihnachtsmesse mache, wird sich wohl, wie jedes Jahr wieder meine christliche Hälfte melden und mir in strafendem Tonfall sagen: „Na sowas, lässt du dich auch mal wieder blicken.“ Und sie hat ja nicht ganz Unrecht. Ich bin zwar getauft und habe mir natürlich auch die Konfirmationsgeschenke nicht entgehen lassen aber wann ich das letzte Mal eine Kirche von innen gesehen habe, kann ich schon nicht mehr genau sagen. Ich habe keine Lust, am Sonntagmorgen zu unchristlichen Zeiten aufzustehen um mir dann beim Abendmahl mit 20 alten Leuten einen Becher zu teilen und bei der Predigt schalte ich augenblicklich ab und denke an Hausarbeiten und den nächsten Urlaub. So wie mir scheint es Vielen zu gehen, denn wenn ich mich dann aufraffe und meinen christlichen Pflichten nachkomme herrscht in der Kirche gähnende Leere.

Warum also muss man an Weihnachte eine Stunde früher kommen um einen Platz zu ergattern, von dem man nicht nur plärrende Kinder, sondern auch die Predigt des Pfarrers hören kann? Warum sich plötzlich Jeder nach Gottes Segen und kirchlichen Werten zu sehnen, die man da ganze Jahr über nicht vermisst?

Ein Kommentar »

  • Regine meint:

    Das Wortspiel mit “unchristlich” machte mich lachen.